Themen

Qualitätsentwicklung

„Unterrichtsentwicklung, Personalentwicklung und Organisationsentwicklung sind systemisch miteinander verbunden.“

Weder der Unterrichtsentwicklung oder der Personalentwicklung noch der Organisationsentwicklung kommt bei der Qualitätsentwicklung eine Priorisierung zu, denn sie stehen in einem vielfältigen Zusammenhang und in einer ständigen wechselseitigen Beeinflussung.

Qualitätsentwicklung vollzieht sich demzufolge idealerweise auf allen drei Entwicklungsebenen:

  • Unterrichtsentwicklung
  • Personalentwicklung
  • Organisationsentwicklung

Sie sind ineinander verschränkt und verweisen auf den hohen Grad der erforderlichen Kooperation der beteiligten Akteure.

Unterricht als Kerngeschäft von Ganztagsschule und die Entwicklung der damit verbundenen Lernkultur stellen dabei herausragende Anforderungen an Schulen dar. Eine damit einhergehende veränderte Unterrichtskultur in ganztägigen Schulen beeinflusst auch die Rolle der Lehrkraft. Aufgaben verändern sich. Lernprozesse werden nunmehr häufiger begleitet und moderiert. Außerunterrichtliche Angebote werden oftmals von weiteren pädagogisch tätigem Personen angeboten, die keine Lehrkräfteausbildung haben und mit Lehrkräften in multiprofessionellen Bezügen arbeiten. Dabei können unterschiedliche Berufskulturen, Finanzierungsmodelle und Arbeitszeitmodelle aufeinander prallen. Dies führt neben der Organisationsentwicklung zu großen Herausforderungen an alle Beteiligte.

Nach den letztjährigen effektiven Anstrengungen im Hinblick auf die organisatorische Umsetzung von Halbtags- in Ganztagsschulen, stellt sich nunmehr verstärkt die Aufgabe, die Qualität der unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Angebote weiterzuentwickeln und die Kooperation zwischen den Akteurinnen und Akteuren zu stärken.

 

VERÖFFENTLICHUNGEN:

– Glasmachers, K. & Kamski, I. (2016): Veränderungsprozesse an Schulen aktiv gestalten. Grundlagen, Methoden und Beispiele für die Umsetzung zentraler Aspekte. Köln. Wolters Kluwer.
– Kamski, I./Holtappels, H.G./Schnetzer, T. (2009): Qualität von Ganztagsschule. Konzepte und Orientierungen für die Praxis. Münster/New York/München/Berlin. Waxmann.

 

Ganztagsschulentwicklung

„Oberstes Ziel ist, sich auf ein gemeinsames Verständnis von Ganztagsschule (und das Ziel des Ganztags) sowie die einheitliche Nutzung von Begriffen zu verständigen.“

Die „pädagogischen Gestaltungsbereiche“ und „Organisationsmerkmale“ von Ganztagsschule stellen ein prägendes begriffliches und inhaltliches Fundament für die Ganztagsschulentwicklung dar.

Die fünf „Organisationsmerkmale“ und sieben „pädagogischen Gestaltungsbereiche“ von Ganztagsschule (nach Holtappels 2005) bieten sich als formale und handhabbare Systematisierung für das Ganztagsgeschehen an. Beide Systematisierungsgrößen haben sich im Rahmen einer zielorientierten  Ganztagsschulentwicklung (neben den jeweiligen Qualitätsrahmen der einzelnen Bundesländer) in der Praxis bewährt.

  • Die  „pädagogischen Gestaltungsbereiche“ auch Zielbereiche genannt, stellen die Kernelemente des Ganztags dar. Sie dienen als Kennzeichen beziehungsweise  Ausdruck ursprünglicher pädagogischer Ganztagsschulziele und bieten die Möglichkeit den pädagogischen Kern der Ganztagsschule mit seinen Inhalten  prägnant darzustellen.
  • Auf Basis der „Organisationsmerkmale“ kann die Organisation und das Management einer Ganztagsschule strukturiert bearbeitet und konzeptionell  verankert werden.

So kann Ganztagsschule „im Ganzen“ sinnvoll gedacht werden!

Die sukzessive Beschäftigung mit zentralen Themenfelder stellt für eine gelingende Ganztagsschule die entscheidende Herausforderung dar.

Schwerpunktbereiche:

  • Rhythmisierung
  • (multiprofessionelle) Kooperation
  • Hausaufgaben – Schulaufgaben -Lernzeiten

VERÖFFENTLICHUNGEN:

– Kamski, I. & Koltermann, S. (2014): Rhythmisierung in Ganztagsschulen. Erprobte Praxis – funktionierende Modelle. Debus Pädagogik Verlag. Schwalbach/Ts.
– Kamski, I. Koltermann, S., Krinecki, J. (2013): 99 Tipps. Ganztagsschule. Cornelsen: Scriptor.
– Kamski, I. (2011): Innerschulische Kooperation in der Ganztagsschule. Eine Analyse der Zusammenarbeit von zwei Berufsgruppen am Beispiel von Lehrkräften und Erzieherinnen und Erziehern. Münster/New York/München/Berlin. Waxmann.

Evaluation

„Die zentrale Frage ist, wie und unter welchen Bedingungen Evaluation die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen kann.“

Evaluation als Rückkoppelungselement für die Prozesssteuerung im Rahmen von Organisations- und Qualitätsentwicklung.

Evaluation wird verstanden als Prozess des systematischen Sammelns und Analysierens von Daten und Informationen eines laufenden oder abgeschlossenen Projekts oder Programms im Hinblick auf die Konzeption, die Umsetzung und die Ergebnisse.

Ziel ist es, an Kriterien orientierte Bewertungsurteile zu ermöglichen, im Hinblick auf die Relevanz und die Verwirklichung der Ziele des Projekts.

Die Planung und Umsetzung von Evaluationsvorhaben bedarf einer ausführlichen Auftragsklärung und gezielter Absprachen.

AUFTRAGSKLÄRUNG:

  1. Gegenstand
  2. Ziel/e
  3. Zielgruppen
  4. Zweck
  5. Indikatoren
  6. Beteiligte
  7. Methodisches Vorgen

Netzwerke im Bildungsbereich

„Mittlerweile ist es unbestritten, dass Schulische Netzwerkarbeit als ein Instrument der Schulentwicklung gewertet wird.“

Ein Netzwerk ist ein Zusammenschluss verschiedener Organisationen und Akteure zu einer Handlungsgemeinschaft.

Schulische Netzwerke werden mittlerweile als Instrument der Schulentwicklung verstanden.

  • Netzwerke ermöglichen unter anderem einen Erfahrungs-, Wissens-, Methoden- und Instrumentenaustausch.
  • Sie bieten für die Teilnehmenden die Möglichkeit gute Beispiele zu identifizieren, sich gegenseitig zu beraten und auszutauschen sowie neue Erkenntnisse zu gewinnen.
  • Schulische Netzwerke können folglich als „Praxis- und Lerngemeinschaft“ bzw. „Lernpartnerschaft wechselseitigen Lernens“ verstanden werden.
  • Sie können für Schulentwicklungsprozesse förderliche Impulse bereitstellen, als Qualifizierungs-, Unterstützungs- aber auch Koordinierungsangebote dienen und als nachhaltige Schulentwicklungsmaßnahme bzw. Reformstrategie gewertet werden.

Schulischen Netzwerken kommt im Rahmen von Schulentwicklungsprozessen die Bedeutung einer effektiven und effizienten Gestaltungsmöglichkeit zu. Sie bieten Orientierungshilfe, Reflexionsmöglichkeit und sind Impulsgeber jenseits hierarchischer Grenzen.

Schulische Netzwerkarbeit ist hervorragend geeignet dem „Einzelgängertum“ in Schulen und von Schulen entgegenzuwirken. Schulleitungskräfte, Lehrkräfte, Ganztagskoordinationskräfte und weitere pädagogisch tätige Kräfte empfinden sich häufig als Einzelkämpfer ohne Austauschmöglichkeiten mit Gleichgesinnten.

Neben zahlreichen Vorteilen für die Schulen, hält die Schulische Netzwerkarbeit Herausforderungen sowohl für die Schulen als auch den Netzwerkträger bereit, die es vorab zu berücksichtigen gilt.

VERÖFFENTLICHUNGEN:

– Hennen, W. & Kamski, I. (2019). Voneinander lernen – miteinander innovieren. In:  SchulVerwaltung spezial, 01/2019, S. 35-38. Köln: Carl Link.
– Kamski, I. (2016): Schulische Netzwerke für die Schulentwicklung nutzen. In. Glasmachers, K. & Kamski, I. (Hrsg.). Veränderungsprozesse an Schulen aktiv gestalten. Grundlagen, Methoden und Beispiele für die Umsetzung zentraler Asoekte. Köln. Wolters Kluwer.